Der Herr des Rings

Dies ist eine Ode an den Champion. Dirk Nowitzki hat es geschafft. Es ist fünf Uhr morgens, die Dallas Mavericks sind Meister der National Basketball Association. Dirk kann sich endlich den so lang ersehnten Gewinner-Ring anstecken.

Es war eine unglaubliche Nacht, eine unglaubliche Serie gegen die Miami Heat, die im Vorfeld klar favorisiert wurden. Ist doch klar, wenn Wade, James und Bosh auf dem Lineup stehen. Doch die Chance war da, von Beginn an. Das wusste Dirk. Er würde sie nutzen. Wusste er doch, dass er nicht mehr so viele davon bekäme. Schon zu Beginn der Playoffs tat der 33-Jährige das, was alle von ihm erwarteten – er machte das Spiel. Er nahm Würfe, er traf, er sorgte für große Momente. Einer dieser Momente hat sich bei mir eingebrannt. Das war in Spiel fünf in der Final-Serie gegen die Heat. Dallas lag im dritten Viertel mit zwei Punkten vorn. Dirk bekommt den Ball an der Dreier-Line, wird bedrängt von Bosh. Er nimmt den Wurf trotzdem. Es ist ein langer und vor allem ein hoher Dreier. Der Ball fällt rein. Nicht nur ich, sondern auch der Kommentator war völlig außer sich und kommentierte mit den Worten: „Wohoo, a rainbow goes through!“

Dirk hat wie ein Löwe um die Larry O’Brien-Trophäe gekämpft. Und auch wenn er in der ersten Hälfte des entscheidenden Spiels wieder einmal mit seinen Nerven haderte, so konnte er seinen Kopf noch rechtzeitig ausschalten und das zeigen, was er schon in den Spielen davor bewiesen hatte – er ist ganz groß in der Crunchtime, in den letzten Minuten eines Spiels. Dirk war derjenige, der im zweiten Finalspiel das Momentum auf die Seite der Mavericks zurückholte, als sie fünf Minuten vor Schluss bereits mit 15 Punkten zurücklagen. Eine unglaubliche Aufholjagd, mit der die Mavs Geschichte schrieben. Und Dirk wird es auch tun. Nach seiner Karriere wird er sich in der Hall of Fame wiederfinden. Er wird sich einreihen hinter Micheal J. Jordan und Earvin „Magic“ Johnson und wird einer der 20 besten Basketballspieler aller Zeiten werden.

Wie weit weg das Ganze für den Deutschen ist und wie unfassbar, hat man an seiner Reaktion nach dem Endspiel gemerkt. Dirk wusste nicht recht, was er mit sich anfangen sollte. Die Übergabe der Meister-Trophäe, dann noch der Finals-MVP-Titel für den Würzburger. Das ging ihm alles ein bisschen zu schnell und wenn ich ehrlich bin, mir auch. Aber das ist es, was ihn so sympathisch macht, warum er so beliebt ist bei den Amerikanern. Er ist für sie der bodenständige, talentierte Deutsche. Macht eben keine Mätzchen, wie Lebron und Dwayne. Fast alle haben ihm diesen Titel gegönnt, mal abgesehen von den einigen, wenigen Heat-Fans.
Für dieses tadellose Ansehen hat er gerackert und vor allem die richtigen Entscheidungen getroffen. Dirk ist eben nicht zu einem Top-Team abgewandert, obwohl ihm jede Tür offen stand. Nein, er ist geblieben. Geblieben, um aus seinen Mavs ein Top-Team zu machen, um zu zeigen, dass nicht nur individuelle Klasse zählt, sondern auch Einheit und Verbundenheit mit dem Team, der Stadt und den Fans. Es würde mich nicht wundern, wenn in Dallas demnächst eine Straße oder ein größerer Platz nach ihm benannt wird oder alle Buben, die dort heute geboren werden, den Namen Dirk tragen. Aber nicht nur für die Amerikaner ist Dirk ein Idol, er ist auch einer der größten Sportler der deutschen Sportgeschichte.

Mittlerweile ist es sechs Uhr morgens hier in Deutschland. Dirks Sieg und der Sieg der Mavericks liegen eine gute Stunde zurück. Das Trikot mit der Nummer 41 habe ich immer noch übergestreift. Ich werde es wohl noch eine Weile anbehalten.

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Mariano Rivera meets data driven journalism

Mariano Rivera - Photo content by New York Times

Monat eins der Saison 2011 in der MLB ist gespielt. Der Rekordmeister aus New York steht nach Startschwierigkeiten wieder ganz oben in der East Divison der American League. Grund genug, um euch einen echten Yankee vorzustellen – Mariano Rivera. Rivera kann eine beeindruckende Bilanz vorweisen. Der 42-Jährige spielt nunmehr seine 17. Saison als Pitcher bei den New York Yankees. Seit 1996 ist seine ERA konstant unter 3.00, einzige Ausnahme ist das Jahr 2007 mit einer ERA von 3.15. Insgesamt hat er über 1160 Innings gepitcht, 1062 Strikeouts erzielt, zu 75 Siegen beigetragen und sage und schreibe 570 Saves herbeigeführt.

Sein Erfolgsrezept ist leicht ausfindig zu machen – sein Cutter.
Ein Pitch, der von der Wurfart zu den Fastballs gehört. Die Geschwindigkeit ist genauso hoch wie beim Two-seam Fastball, jedoch hat der Cutter die Eigenschaft, dass er kurz vor der Schlagzone oder auch erst darin wegbricht. Neben einem Backspin, versucht der Pichter dem Ball auch eine seitliche Drehung mitzugeben. Dies erreicht er mit einer speziellen Haltung des Balls und einem unterschiedlichen Druck des Zeige- und Mittelfingers auf den Ball. Bei diesem Pitch kommt es häufig zu Foul-Bällen, weil der Batter versucht, den Ball vor seiner Brechung zu treffen, ihn deshalb zu früh trifft und der Ball nach außen weggeht. Versucht der Batter den Ball zu treffen, während er bricht, so trifft er ihn meistens zu weit oben. Die Folge sind schwache Ground-Balls, die vom Infield leicht zu bekommen sind und zu einem leichten Out an der First Base führen.

Aber was macht Riveras Cutter so besonders? Die New York Times haben eine umfassende Video-Analyse über Riveras Pitches gemacht und sind zu einem interessanten Ergebnis gekommen.
Der Batter erkennt einen Pitch normalerweise an der Rotation des Balles. Ein Fastball ist im Grunde leicht von einem Cutter zu unterscheiden, weil dieser einen anderen Spin aufweist. Bei den meisten Pitchern sieht die Rotation des Cutters einem Slider sehr ähnlich. Zu unterscheiden sind Cutter und Slider aufgrund ihrer unterschiedlichen Geschwindigkeiten.

Anders ist es bei Mariano Rivera. Er erzeugt mit seiner speziellen Fingerhaltung einen Spin, der dem des Fastballs sehr ähnelt und macht es so für den Batter besonders schwer, diese beiden Pitches auseinander zu halten. Beide Würfe sind in der ersten Flugphase, in der sich auch der Hitter entscheiden muss, ob und wie er den Ball schlägt, absolut identisch, enden in der Schlagzone aber an völlig verschiedenen Punkten. Die Folge sind eine Vielzahl von Swinging Strikes. Der Cutter, der normalerweise nicht als Strikeout-Pitch im Baseball gilt, ist Riveras effektivste Waffe und macht ihn zum besten Closer der Liga.

Aber seht selbst:

Stadion-Zeitung Südafrika #14

Spox.com-Fanreporter
Geschafft – Ich fliege als Fanreporter zur WM nach Südafrika

„Kann mich mal einer kneifen?“ Quasi ein Ding der Unmöglichkeit – aus über 1000 Bewerbern wurde ich rausgepickt, um als Fanreporter bei der ersten WM auf dem schwarzen Kontinent dabei zu sein.

Anfangs war es noch der Traum, der alle anderen Gedanken verdrängt hat. Doch schon zu Beginn der Aktion, die Ende letzten Jahres von SonyEricsson, Spox und Sport1 ins Leben gerufen wurde, habe ich Vieles dafür getan, dass dieser Traum auch wahr werden kann. Unter anderem hat mir meine kleine Stadionzeitung dabei weitergeholfen. Die zehn besten Bewerber wurden dann zum Fanreporter-Casting nach München eingeladen. Ein Wochenende, an dem alles von uns abverlangt wurde, aber auch der Traum eines jeden Kandidaten gelebt und zelebriert wurde. Fachwissen, rhetorische Fertigkeiten, Kamerapräsenz und Charisma – das alles soll ein Fanreporter  in Südafrika an den Tag legen. Und verdammt nochmal, ich werde beweisen, dass ich der Richtige für diesen Job bin. Ich werde die ersten zwei Wochen der WM hautnah miterleben und davon berichten dürfen, wie Südafrika den Fussball feiert. Natürlich bin ich nicht der Einzige dem dieses Privileg zu Teil wurde. Meine Fanreporter-Kollegen werden mich unterstützen. Wir alle werden dann auf Fanreporter.de unsere täglichen Erlebnisse in Wort, Bild und Ton hochladen.

Drei Welten prallen aufeinander: Faszination Fussball – der Fussball, die Weltsportart, verbindet Menschen miteinander, lässt sie zusammen feiern und trauern.
Faszination Journalismus
– der Wunsch ein Sprachrohr für die Nation zu sein, sie zu informieren und ihr einen exklusiven Einblick in die Geschehnisse zu geben. Bei mir und meinen Fanreporter-Kollegen ist dieser Wunsch mit Sicherheit stark ausgeprägt.
Faszination Südafrika – ein Land das fasziniert, weil es sich aus Zeiten der Unterdrückung freigekämpft hat und für den Fortschritt auf dem afrikanischen Kontinent steht. Darüber hinaus verfügt das Land über eine atemberaubende Natur.

Begleitet mich auf meinem Weg durch Südafrika und durch die Stadien der Fussball-WM 2010 auf Fanreporter.de

Stadion-Zeitung Südafrika #13

Durban coast
Eure Entscheidung – Das Moses-Mabhida-Stadium

Einen Monat lang konntet ihr abstimmen, welches WM-Stadion euch am besten gefällt. Die Entscheidung war deutlich. Etwas mehr als die Hälfte aller Stimmen (53%) fielen auf das Moses-Mabhida-Stadium in Durban (übrigens auch mein Favorit). Hier sei nochmal das deutsche Architektengespann, Gerkan, Marg & Partner, erwähnt, das dieses außergewöhliche Stadion entworfen hat.
Ein interessantes Detail, das ich bei meinem letzten Artikel über dieses Stadion noch nicht wusste: der Dachbogen, der sich in Form eines „Y“ über die Längsseite des Stadions spannt, ist eine Hommage an das „Y“ aus der Nationalflagge der Südafrikaner und symbolisiert die neugefundene Einheit des Landes nach dem Ende der Apartheid. Einheit ist Stärke – so lautet das Motto der Flagge.

Genug geredet. Bilder sagen bekanntlich mehr als Worte.

Moses-Mabhida-Stadium - Außenansicht
Moses-Mabhida-Stadium – Außenansicht
Moses-Mabhida-Stadium - Innenansicht
Moses-Mabhida-Stadium – Innenansicht
Moses-Mabhida-Stadium - Dachansicht
Moses-Mabhida-Stadium – Dachansicht
Moses-Mabhida-Stadium - Detailansicht
Moses-Mabhida-Stadium – Detailansicht

Stadion-Zeitung Südafrika #12

Der Gastgeber unter der Lupe

1996 traten Sie zum ersten Mal in Erscheinung. Beim spektakulären 2:0-Sieg über Tunesien im Africa Cup of Nations, ausgetragen im eigenen Land, krönte sich die südafrikanische Nationalmannschaft mit ihrem ersten großen Titel. Danach folgte die erste Teilnahme an einer WM-Endrunde, 1998 in Frankreich. Die Bafana Bafana, wie sie im eigenen Land genannt werden, qualifizierten sich auch für die nachfolgende WM, 2002 in Japan und Südkorea. Beide Male waren Sie jedoch schon nach der Gruppenphase ausgeschieden.

Steven Pienaar - zentrales Mittelfeld
Steven Pienaar - zentrales Mittelfeld

Einer der großen Hoffnungsträger der Südafrikaner ist Steven Pienaar. 2001 wechselte er im Alter von 19 Jahren von Kapstadt zu Ajax Amsterdam, ehe er 2006 das erste Mal in der Bundesliga auflief. Bei Borussia Dortmund konnte er jedoch nicht wirklich überzeugen und wurde schon ein Jahr später in die Premiere League an den FC Everton verkauft. Rekordtorschütze bei den Bafana Bafana ist Benni McCarthy. Bisher hat er in 75 Partien 32 mal für Südafrika getroffen. Mit dem FC Porto gewann er sogar die Champions League und den Weltpokal. Mittlerweile spielt McCarthy bei West Ham Unitad in der Premiere League.
Die Aussichten auf ein Weiterkommen bei der WM im eigenen Land sind nicht schlecht. Frankreich wird aller Voraussicht nach als Gruppenerster in das Achtelfinale einziehen. Mexico und Uruguay sind jedoch schlagbar und somit könnten die Südafrikaner den zweiten Spot für sich beanspruchen. Wie weit es tatsächlich für die Südafrikaner geht, bleibt abzuwarten. Es kommt ganz darauf an, wie groß die Euphorie im Land ist und wieviel die Spieler davon auf den Platz übertragen können.

Stadion-Zeitung Südafrika #11

„Der Ball ist rund und er passt auch in das Eckige.“

Zwei Eigenschaften die der Ball der Fußballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika schon auf dem ersten Blick preisgibt. „Jabulani“ heißt er, was aus der Sprache Zulu übersetzt „Feiern“ bedeutet. Seit geraumer Zeit bereiten sich die Teams intensiv auf die WM vor. Dazu gehört natürlich auch, die Eigenschaften des Balles zu studieren, damit zu trainieren und zu spielen. Auch in der Bundesliga wird der Ball bereits gespielt.

Jabulani im Windkanal
Jabulani im Windkanal

Ich selbst war schon unterwegs und hielt ihn in der Hand. Ein eher komisches Gefühl, weil er sich nämlich gar nicht so anfühlt wie ein richtiger Fußball. Was heute immer noch als „Lederball“ proklamiert wird, ist im WM-Zirkus schon seit Mexiko 1986 ein Ball aus Vollsynthetik. Die Entwicklungsstadien sind interessant.

WM-Ball 1932
WM-Ball 1930

Früher sah er aus wie der heutige Volleyball. Also Leder in Längsstreifen. Später entwickelte sich daraus das bekannte Fünfeck-Muster und der Einsatz von Synthetik sorgte dafür, dass der Ball auch bei Nässe das selbe Gewicht behielt. Seit der WM 2006 in Deutschland gibt es eine neue Technologie. Durch eine neuartige Anordnung von 14 Panels in Form von sechs „Propellern“ und acht „Turbinen“ wurde eine insgesamt rundere Form erreicht. Der WM-Ball „+Teamgeist“ wies damals eine maximale Abweichung von 0,1 Prozent zur perfekten Kugel auf. „Jabulani“ besteht aus noch weniger Panels als sein Vorgänger.
Längst werden die Bälle im Windkanal entwickelt und von der Fifa auf die typischen Eigenschaften (Umfang, Kugelform, Rückprall, Wasseraufnahme, Gewicht, Druckverlust, Erhalt von Form und Größe, Ballance) überprüft. Wer darüber Genaueres erfahren will folgt einfach diesem Link.
Seit 1970 werden die WM-Bälle übrigens von Adidas produziert. Voher gab es andere Hersteller, wie zum Beispiel den britischen „Slazenger“, welcher heute noch die offiziellen Bälle für die „All England Championships“ produziert, besser bekannt als das Tennis-Turnier „Wimbledon“.

WM-Ball "Azteca" 1986
WM-Ball "Azteca" 1986
WM-Ball "Jabulani" 2010
WM-Ball "Jabulani" 2010

Stadion-Zeitung Südafrika #10

Einen Monat lang habt ihr die Chance abzustimmen, welches WM-Stadion ihr am außergeöhnlichsten findet, welches für euch am meisten Charme versprüht. Ich habe im Vorfeld schon eine kleine Vorauswahl getroffen, um euch die Auswahl zu erleichtern. Übrig geblieben sind vier spektakuläre Stadien.
Für eine größere Ansicht einfach auf die Bilder klicken.

Green Point Stadium
Green Point Stadium
Soccer City Stadium
Soccer City
Moses-Mabhida-Stadium
Moses-Mabhida-Stadium
Nelson-Mandela-Bay-Stadium
Nelson-Mandela-Bay-Stadium

Stadion-Zeitung Südafrika #9

Port Elizabeth

In diesem letzten Abschnitt der Stadion-Tour durch Südafrika, stelle ich euch das „Nelson-Mandela-Bay-Stadium“ in Port Elizabeth vor. Wie schon vorher geschrieben, handelt es sich auch bei diesem Stadion um einen deutschen Entwurf des Architektenbüros Gerkan, Marg und Partner. Im Dezember 2006 war mit dem Bau des Stadions begonnnen worden, das genau drei Jahre später, im Dezember 2009, fertiggestellt wurde. Besonderes Merkmal: der Unterrang wurde in den Boden eingelassen, wie es zum Beispiel auch beim Berliner Olympiastadion der Fall ist. Dadurch erreicht das Stadion eine effektive Höhe von  nur 40 Metern. Ingesamt könnnen 46.000 Zuschauer im Stadion, welches sich durch die außergewöhnliche Dachform wie eine Blume direkt am Ufer eines Sees erhebt, Platz nehmen.

Nelson-Mandela-Bay-Stadium - 46.000 Zuschauer
Nelson-Mandela-Bay-Stadium - 46.000 Zuschauer

Die Stadt Port Elizabeth liegt am Indischen Ozean, an der Agloa Bay knapp 800 km östlich von Kapstadt. Bekannt sind die langen weißen Strände (Kings, Humewood, Hobie und Pollok), die teilweise mitten in der Stadt liegen. Viele Jahunderte lang diente Port Elizabeth der Seefahrt als Versorgungspunkt. Nahezu alle Handelsflotten auf dem Weg von Europa nach Asien kamen auf ihrer Reise oder Rückreise hier vorbei, um Wasser, Nahrung und Holz an Bord zu holen.

Beach
Küste am Indischer Ozean

Damit sind nun alle Austragungsorte vorgestellt. Allerdings kein Grund die Stadion-Zeitung jetzt auf Eis zu legen. Es gibt noch viele spannende Fakten rund um das Thema „Fussballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika“. In den folgenden Artikel werde ich zum Beispiel eine Umfrage starten, welches Stadion euch am besten gefällt und außerdem den WM-Ball „Jabulani“ vorstellen.

Stadion-Zeitung Südafrika #8

Bloemfontein

Der Norden ist nun vollständig abgegrast. Wir setzen die Stadion-Tour weiter im Süden, im Landesinneren, an der Grenze zu Lesotho fort. Das „Free State Stadium“ in Bloemfontein hat eine Kapazität von 48.000 Zuschauern und liegt inmitten der kleinen Stadt. Auch dieses Stadion wird für Rugby und Fussball genutzt. Charakteristisch ist die große Haupttribüne. Eine Struktur, die bei vielen afrikanischen Stadien zu erkennen ist (Ellis Park, Loftus Versfeld Stadium oder Royal Bafokeng Stadium).

Free State Stadium - 48.000 Zuschauer
Free State Stadium - 48.000 Zuschauer

Ein Wahrzeichen der 400.000-Einwohner-Stadt Bloemfontein, was auf niederländisch soviel wie „Blumenquelle“ heißt, ist die Sternwarte „Lamont Hussey“ auf dem „Naval Hill“ – Ein Berg mitten in der Stadt, den sich die Menschen mit freilebenden Giraffen, Vogelstraußen, Anthilopen und vielen anderen Pflanzenfressern teilen.

Lamont-Hussey Observatory - Naval Hill (Bloemfontein)
Lamont-Hussey Observatory - Naval Hill (Bloemfontein)

J. R. R. Tolkien - 1916
J. R. R. Tolkien - 1916

Auf meiner Entdeckungsreise bin ich auf einen interessanten Fakt gestoßen, der diese Stadt betrifft. Der britische Schriftsteller und Philologe John Ronald Reuel Tolkien, unter anderem Autor des Fantasy-Epos „Der Herr der Ringe“, ist 1892 in Bloemfontein geboren. Damals gehörte die Stadt noch zum Oranje-Freistaat. Doch bereits im Alter von drei Jahren verlies er Afrika zusammen mit seiner Mutter und zog in einen Vorort von Birmingham, was auch mit dem plötzlichen Tod seines Vaters 1895 zu tun hatte.

Stadion-Zeitung Südafrika #7

Polokwane

Der Norden Südafrikas ist reich an Bodenschätzen. So gibt es in Polokwane, dem nördlichsten aller Austragungsorte, Minen zum Diamantenabbau und Förderanlagen für Quarzsand. Das ist wohl auch der ausschlaggebende Faktor, warum der Norden des Landes so dicht besiedelt ist und früher unter den Kolonialherren äußerst begehrt war. Polokwane zählt mehr als eine halbe Millionen Einwohner und ist stetigem Wachstum ausgesetzt.

Peter Mokaba Stadium - 46.000 Zuschauer
Peter Mokaba Stadium - 46.000 Zuschauer

Das „Peter Mokaba Stadium“ ist nach einem großen Widerstandskämpfer benannt, der in Polokwane aufwuchs und sich gegen die Apartheid in Südafrika auflehnte. Allerdings war dieser Neubau auch eines der großen Fragezeichen der WM und Risikofaktor für die FIFA. Das Stadion mit 46.000 Sitzplätzen wurde nämlich erst vor kurzem fertiggestellt. Im Moment sind die Veranstalter dabei die Infrastruktur rund um Polokwane WM-reif auszubauen.
Klar gab es viele Skeptiker, die im Vorfeld gesagt haben, dass es für Südafrika ein schwieriges Unterfangen wird, Firmen und Arbeiter zu finden, die die Pläne der Ingenieure professionell umsetzen können. Sechs von den zehn WM-Stadien wurden neu errichtet und die anderen modernisiert. Doch Südafrika hat sich diesen Skeptikern gestellt und gezeigt, dass auch in einem ehemaligen Schwellenland professionell gearbeitet wird, wie auch die beteiligten deutschen Architekten zu berichten wissen.