Turmspringen

1904 in St. Louis war das Turmspringen zum ersten Mal olympische Disziplin und ist seitdem nicht mehr wegzudenken aus dem Programm. Jedoch hat sich seit den dritten Olympischen Spielen der Neuzeit so einiges geändert in dieser Sportart. Damals gab es nur zwei Wettbewerbe. Das Kunstspringen ähnelt dem heutigen Turmspringen vielleicht noch am meisten. Der Wettkampf hätte fast nicht stattfinden können, weil ein entsprechendes Brett zum Abspringen fehlte. Die deutschen Teilnehmer nahmen es selbst in die Hand und zimmerten ein Holzbrett, das sie am Rand des Sees anbrachten. Die Teilnehmerzahl war auch eher überschaubar. Im Kunstspringen waren es sage und schreibe fünf. Davon kamen drei aus dem Deutschen Kaiserreich und zwei aus den USA. In der zweiten Disziplin, dem Kopfweitsprung, war es nicht anders. Hier gab es ebenfalls nur fünf Teilnehmer und völlig witzlos war es, dass diese allesamt aus den USA stammten. Ich erzähle also nichts Neues, wenn ich sage, dass ein US-Amerikaner in dieser Disziplin gewann, in der es darum ging, einen Kopfsprung auszuführen und möglichst lange unter Wasser zu gleiten, ohne einen Schwimmzug zu vollziehen.

Die Disziplin des Kopfweitsprunges wurde ziemlich bald aus dem Programm genommen, die des Kunstspringens dafür immer weiter perfektioniert – bis heute. Es gibt mittlerweile vier verschiedene Disziplinen bei Olympia: die Einzelwettbewerbe sowie die Synchronwettbewerbe vom 3m- und vom 10m-Brett. Frauen und Männer treten auch hier getrennt voneinander an. Es gibt also acht Goldmedaillen zu verteilen.

Um in den Besitz dieses Edelmetalls zu kommen, gilt es vor allem, in der Luft die Körperspannung zu halten und optimal, heißt möglichst in einem 90°-Winkel, in das Wasser einzutauchen. Jedoch ist das nicht allein ausschlaggebend für eine gute Platzierung. Hinzu kommt der Schwierigkeitsgrad des Sprunges, mit dem die Noten der Kampfrichter (0 – 10) multipliziert werden. So hat ein eineinhalbfacher gehechteter Salto vorwärts den Schwierigkeitsgrad 1,6, während ein eineinhalbfacher Salto rückwärts mit viereinhalb Schrauben den Schwierigkeitsgrad 3,6 hat.

Die Wettbewerbe finden übrigens im neuerrichteten Aquatic Centre statt, in dem auch, bis auf den Schwimm-Marathon, alle Schwimm-Disziplinen ausgetragen werden.

Alle Augen auf:

Tom Daley (Großbritannien). Der Brite hat 2009 bereits mit 15 Jahren seinen ersten Weltmeistertitel gewonnen und zählt seitdem zur absoluten Weltspitze. Ein Jahr später gewann er bei den Commonwealth Games in Delhi gleich zweimal Gold, im Einzel- und im Synchronspringen vom 10m-Turm. Olympia 2012 wird seine zweite Teilnahme an Olympischen Spielen sein. Auch in Peking war der damals 14-Jährige schon dabei und erreichte überraschend das Finale. In London vor heimischem Publikum kann sich der Teenager nun unsterblich machen. Zwei Goldmedaillen liegen absolut im Bereich des Möglichen. Mein Tipp: Wenn die Nerven halten, gibt es zweimal Gold.

Melissa Wu (Australien). Eine Farbe fehlt in der Medaillensammlung von Melissa Wu – Gold. Bisher wurde sie zweimal Zweite bei Weltmeisterschaften (2007, 2011) und auch bei Olympia in Peking reichte es nur zu Silber. An Konstanz ist die Australierin aber in der Frauenkonkurrenz nicht zu überbieten und so wird sie auch in London wieder ganz weit vorne mitmischen. Zusammen mit ihrer Partnerin Alexandra Croak ist sie auch im Synchronspringen ein absoluter Kandidat für den obersten Platz auf dem Treppchen. Mein Tipp: einmal Gold, einmal Silber.

Titelbilder von Charles McCain (Creative Commons)

Fechten

En Garde! Das Fechten ist eine von nur vier Sportarten, die schon bei der ersten Austragung der Olympischen Spiele der Neuzeit (Athen 1896) dabei waren und seitdem nicht aus dem Programm genommen wurden. Turnen, Schwimmen und Leichtathletik sind die anderen drei.

Das Fechten hat seinen Ursprung schon weit vor seinem Debüt bei Olympia. Überliefert vom Schlachtfeld der Kavallerie (Reiter, die teilweise mit Säbel ausgestattet waren) aus dem 16. Jahrhundert haben sich bereits Mitte des 19. Jahrhunderts die ersten Sport-Fechtclubs in Deutschland gegründet. In anderen europäischen Ländern, wie zum Beispiel in Frankreich, sogar noch früher.

Damendegen und Männersäbel waren 1896 die ersten Disziplinen bei Olympia. Später kam das Florett hinzu. Es wird also mit drei verschiedenen Waffen gekämpft, die von ihren Eigenschaften und von der Art, wie man mit ihnen kämpft, von Grund auf unterschiedlich sind. Auch die Trefferfläche variiert von Waffe zu Waffe.

Jan Tränkner, Waffenwart vom Darmstädter Fechtclub, erklärt die Unterschiede zwischen Florett, Degen und Säbel und gibt einen kurzen Ausblick auf Olympia:

Über die Jahre hinweg haben sich Fähigkeiten und Technik im Fechten enorm weiterentwickelt. Die Spezialisten beherrschen den schnellen Umgang mit der Waffe und verfügen darüber hinaus über hervorragende Beinarbeit. In der Regel unterscheidet man bei jeder Aktion den angreifenden Fechter und seinen Gegenüber, der versucht, diese Aktion zu parieren und seinerseits einen Treffer zu setzen. Oft wechseln diese aber auch die Rollen innerhalb einer Aktion. Das liegt unter anderem an der Begrenzung der Bahn, auf der sich beide duellieren. Wird einer der Athleten bis an den Rand der Bahn gedrängt, sucht er oft die Flucht nach vorne. So entsteht auch nicht selten ein hin und her zwischen beiden Kämpfern. Auch der Begriff „Finte“ kommt aus dem Fechtsport. Damit ist ein Antäuschen einer Aktion gemeint.

Damit niemand sich großartig verletzen kann, tragen die Athleten einen speziellen Anzug und eine Maske, die Hiebe und Stiche absorbieren. Beim Florett-Fechten haben die Athleten darüber hinaus eine spezielle Weste an, damit gültige Treffer von ungültigen Treffern unterschieden werden können.

Alle Augen auf:

Nicolas Limbach (Deutschland). 2008 in Peking musste er schon relativ früh die Segel streichen. Trotzdem ist Säbelfechter Limbach ein Kandidat für die Medaillenränge in London. Denn: Der Deutsche wurde Weltcupsieger 2009, 2010 und 2012. Außerdem ist der 26-Jährige der Weltranglistenerste in seiner Disziplin. Die deutschen Hoffnungen liegen also auf ihm. Jan Tränkners und auch mein Tipp: auf jeden Fall eine Medaille in London, vielleicht sogar Gold.

Valentina Vezzali (Italien). Dominanz hat einen Namen. Seit 1996 hat die Florett-Fechterin bei jeden Olympischen Spielen immer Gold gewonnen – zweimal mit der Mannschaft dreimal im Einzel. Damit ist sie eine der erfolgreichsten Fechterinnen der Geschichte. Auch mehrfache Weltmeisterin darf sich Vezzali nennen. Zuletzt war sie 2011 erfolgreich. Ich muss mich nicht weit aus dem Fenster lehnen, um zu sagen, dass die Italienerin mindestens eine Medaille aus London mitnehmen wird. Mein Tipp: Gold im Einzel, Silber mit der Mannschaft.

Titelbild von Björn Thar

Wasserball

Die Wurfkraft eines Handballspielers, die Passgenauigkeit eines Rugbyspielers und die Power und Ausdauer eines Schwimmers – all das kombinieren Wasserballer in ihrer Sportart. Beim olympischen Wasserballturnier in der neuerrichteten „Water Polo Arena“ im Olympia-Park können Frauen und Männer jeweils eine Medaille gewinnen.

Nicht ganz so populär, dafür umso traditionsreicher – Wasserball ist bereits seit 1900 olympische Disziplin und war mit Ausnahme von 1906 immer im Programm. Das ist sicher auch ein Grund dafür, warum die Sportart nach wie vor bei Olympia zu finden ist. Das IOC will den Focus zwar auf die finanziell attraktiveren Sportarten legen und das Event „Olympische Spiele“ etwas verkleinern, gleichzeitig aber auch traditionsreiche Sportarten wie Fechten, Gewichtheben, Ringen und eben auch Wasserball beibehalten.

Zum Spiel: Eine Wasserballmannschaft ist mit sieben Spielern im Wasser: Einem Torwart, einem Center, einem Center-Verteidiger, zwei Außen und zwei Halb. Der Spielaufbau passiert dabei meistens über die zwei Außen-Spieler, weil sie das Spiel in die Breite ziehen können und so Platz für die Center- und Halb-Spieler schaffen. Zwei Schiedsrichter, ähnlich verteilt wie die Linienrichter beim Fußball,  beobachten das Spielgeschehen vom Beckenrand aus und greifen bei Regel-Verstößen ein.

Verstöße sind unter anderem das Behindern eines Spielers, der nicht im Ballbesitz ist. Je nach Härte bedeutet diese Aktion einen Freiwurf für die gegnerische Mannschaft oder sogar eine Herausstellung des foulenden Spielers für 20 Sekunden. Bei der dritten Herausstellung wird ein Wasserballer vom Rest des Spiels ausgeschlossen.

Alle Augen auf:

Da Deutschland in einem dramatischen Qualifikationsturnier leider kein Ticket für London buchen konnte, stehen andere Teams im Blickpunkt.

Serbien. Das Team rund um Kapitän Vanja Udovičić ist amtierender Vize-Weltmeister im Wasserball. 2011 in Shanghai waren lediglich die Italiener stärker, die aber lange nicht so konstant spielen wie die Serben. Bei den letzten beiden Olympia-Teilnahmen wurden sie von noch von den Ungaren vom obersten Gold-Platz verdrängt. In London sehe ich Serbien aber ganz oben, auch weil das ungarische Team ein wenig in die Jahre gekommen ist.

USA. Die USA sind nicht nur was Frauen-Basketball und -Fußball angeht eine der führenden Nationen. Auch beim Wasserball findet man Ballsport-begabte amerikanische Frauen. Dreimal war das US-Team schon Weltmeister, zuletzt 2009. Bei den Olympischen Spielen in Peking sprang die Silbermedaille heraus. In London winkt nun Gold.

Titelbild von Charles McCain (Creative Commons)

Reiten

Wie üblich treten Männer und Frauen bei den Reitdisziplinen gegeneinander an. Insgesamt gibt es sechsmal Gold zu gewinnen, zweimal (Team und Einzel) in jeder der drei Disziplinen: Dressur, Springreiten und Vielseitigkeitsreiten.

Dressur

Das Dressurreiten ist der ultimative Test für Pferd und Reiter gleichermaßen. Hier wird haarklein seziert, wie gut die Kommunikation zwischen beiden funktioniert, wie gut das Pferd ausgebildet ist und ob es dem Reiter bedingungslos vertraut und gehorcht. In drei verschiedenen Tests geht es für Pferd und Reiter darum die Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp auf geraden und gebogenen Linien, vorwärts, seitwärts oder auch rückwärts zu meistern. Hinzu kommen komplizierte Bewegungsabläufe in jeder Gangart, wie Traversale, Passage, Piaffe, Galopppirouette. Dabei geht es bei den ersten beiden Tests, Grand Prix de Dressage und Grand Prix Special um vorgeschriebene Bewegungsabläufe. Bei der Grand Prix Kür entscheidet der Reiter über Wege und Gangarten. Sieben Punktrichter bewerten unabhängig voneinander die Leistung von Reiter und Pferd und geben eine Note, die dann zusammen eine Gesamtnote ergeben.

Alle Augen auf:

Matthias Rath mit Totilas (Deutschland). Von 2009 bis Ende 2010 hat der Niederländer Edward Gal mit dem Pferd Tortilas das Dressurreiten dominiert. Bei Welt- und Europameisterschaften räumte er richtig ab. Nach den Weltreiterspielen 2010 wurde Totilas jedoch durch seine Sponsoren verkauft. Seitdem sitzt der deutsche Matthias Rath auf dem “Wunderpferd”. Die beiden verstanden sich auf Anhieb blendend und konnten bereits bei der CHIO 2011 in Aachen den ersten Titel holen. Mit Partner Totilas wird es Rath schwer fallen, das olympische Dressurreiten nicht zu gewinnen.

Isabell Werth mit El Santo (Deutschland). Die 90er Jahre gehörten Isabell Werth und ihrem Pferd Gigolo. Nachdem sich ihr Hengst 2000 in den Ruhestand verabschiedete, brauchte Werth eine Weile, um einen würdigen Nachfolger zu finden. Den schien sie vorübergehend in Satchmo gefunden zu haben. 2008 bei den olympischen Spielen in Peking wurde sie Zweite. Seitdem hat sie noch zweimal das Pferd gewechselt. Zurzeit reitet sie auf El Santo.

Hiroshi Hoketsu mit Whisper (Japan). Zwar hat der Japaner keine Chance das Dressurreiten zu gewinnen, dafür wird ihm eine andere große Ehre zu Teil. Mit 71 Jahren wird er der älteste Teilnehmer bei den Olympischen Spielen in London sein. Bereits 1964 in Tokyo war Hoketsu das erste Mal bei Olympia. Damals noch als Mitglied der japanischen Springreiter-Equipe. Aufgrund seiner Sehschwäche wechselte er mit 42 Jahren in den Dressursattel und möchte dort wohl noch ein bisschen ausharren.

Springreiten

Anders als in der Dressur geht es beim Springreiten um Schnelligkeit, Rhythmus und Sprungkraft des Pferdes. Auf einem Parcours müssen die Reiter und Pferd 12-14 Hindernisse, die bis zu 1,60 m hoch sind, in einer vorgegebenen Reihenfolge und Zeit überwinden, möglichst ohne Fehler. Zeitüberschreitung und jedes Hindernis, das abgeräumt wird, kostet Strafpunkte. Liegen zwei oder mehr Reiter am Ende gleich auf, reiten diese in einem Stechen, das auf einem verkürzten Parcours ausgetragen wird, gegen die Uhr.

Alle Augen auf:

Rolf-Göran Bengtsson mit Ninja (Schweden). Bengtsson führt momentan die Weltrangliste der Springreiter vor dem Deutschen Ludger Beerbaum an. Bei Olympischen Spielen gewann er zuletzt zweimal die Silbermedaille und 2011 in Madrid wurde der Schwede Europameister. Vieles spricht für einen Sieg Bengtssons. Die Konkurrenz ist jedoch groß, die Leistungsdichte hoch.

Vielseitigkeitsreiten

Das Vielseitigkeitsreiten verlangt sowohl vom Reiter als auch vom Pferd vieles ab. Es geht um Schnelligkeit, Ausdauer, Präzision und Kontrolle sowie die Stärke ihrer Partnerschaft. Mehrere Elemente aus dem Reitsport werden hier zusammengefasst. Die erste Prüfung der Vielseitigkeitsreiter ist die Dressur. Wie oben beschrieben geht es bei der Dressur um vorgeschriebene Bewegungsabläufe in der Arena.

Muss das Pferd bei dieser Prüfung noch Sinn für Grazilität beweisen, kommt es bei der Cross-Country-Prüfung schon auf ganz andere Attribute an. In einem Lauf über mehrere Kilometer müssen Reiter und Pferd feste, meist natürliche Hindernisse überwinden. Das Ganze auch noch in einer vorgeschriebenen Zeit. Hierbei spielt auch das taktische Verhalten des Reiters und Taktgebers eine wichtige Rolle. Denn er kann entscheiden, wie vorsichtig oder risikobereit er die verschiedenen Hindernisse ansteuert.

Den Abschluss des Vielseitigkeit-Wettbewerbs bildet das Springreiten. Wie üblich müssen die Athleten mit ihren Pferden einen Parcours in einer bestimmten Zeit, möglichst ohne Fehlerpunkte durchlaufen. Strafpunkte können in dieser Phase teuer zu stehen kommen.

Alle Augen auf:

Michael Jung mit Sam (Deutschland). Auch beim Vielseitigkeitsreiten ist die deutsche Mannschaft gut aufgestellt. Seit gut zwei Jahren mischt Michael Jung die Szene gut auf. 2010 gewann er Gold bei den Weltreiterspielen in Kentucky. 2011 wurde er im Einzel und in der Mannschaft Europameister und auch beim CHIO in Aachen belegte Jung 2011 den ersten Platz. Alles spricht für einen deutschen Sieg, sowohl in der Einzel- als auch in der Teamwertung.

Titelbilder von Ray Anderson, Phil Denton, „carterse“ und „Wing1990hk“ (Creative Commons)

Schießen

Auch das Schießen hat eine lange olympische Tradition. Erstmals 1896 in Athen waren Schießwettbewerbe Bestandteil der Olympischen Spiele. Vier Jahre später in Paris schoss man auf lebende Tauben. Heutzutage sind diese aus Ton und haben die Form einer Scheibe. In drei Waffen-Klassen gibt es 15 Goldmedaillen zu gewinnen. Grundsätzlich wird also zwischen Pistole, Luftgewehr und Shotgun unterschieden. Männer tragen je drei Wettbewerbe pro Waffenklasse aus, Frauen je zwei.

Pistole:

Luftpistole 10 m (Männer und Frauen). Aus zehn Metern Entfernung feuern die Schützen mit einer Pistole auf eine Zielescheibe. Die maximale Punkteausbeute sind zehn Punkte oder auch Ringe pro Schuss. Im Finale treffen die acht besten der Qualifikation aufeinander. Sie haben jeweils zehn Schuss und pro Schuss eine Zeit von 75 Sekunden.

Sportpistole 25 m (nur Frauen). Diese Disziplin wurde speziell für die Frauen entworfen. Sie schießen ohne Unterstützung aus einer Hand auf ein Ziel in 25 Metern Entfernung. Die acht besten qualifizieren sich für das Finale und haben dort 20 Schuss und pro Schuss drei Sekunden Zeit.

Freie Pistole 50 m (nur Männer). Eine der ältesten Disziplinen im Schießen. Denn hier wird ohne Laser oder andere technische Hilfsmittel geschossen. Die Pistole wird mit nur einer Hand gehalten und ohne Unterstützung durch andere Köperteile auf eine Scheibe in 50 Metern Entfernung frei abgefeuert. Die besten acht landen im Finale und haben dort zehn Schuss und pro Schuss 75 Sekunden Zeit.

Olympische Schnellfeuerpistole 25 m (nur Männer). Erst wenn das Ziel erscheint oder eine grüne Lampe aufleuchtet, haben die Schützen ihre Pistole und feuern in einem bestimmten Zeitintervall (vier, sechs oder acht Sekunden) eine Salve aus fünf Schüssen auf das Ziel. Im Finale geht es nach dem Ko-Prinzip – es gibt eine bestimmte Anzahl an Vier-Sekunden/Fünf-Schuss-Serien, bei denen jeweils der schlechteste Schütze einer Runde rausfliegt.

Luftgewehr:

Luftgewehr 10 m (Männer und Frauen). Mit einem 4,5mm-Kaliber feuern die Schützen im Stehendanschlag auf eine in zehn Metern aufgestellte Zielscheibe. Die besten acht aus den Qualifikationswettkämpfen qualifizieren sich für das Finale. Hier hat jeder Schütze genau zehn Schuss und pro Schuss 75 Sekunden Zeit.

Dreistellungskampf 50 m (Männer und Frauen). Aus 50 Metern feuern die Schützen 40 Schuss (Frauen 20) auf ein Ziel und das aus drei unterschiedlichen Positionen: liegend, kniend und stehend. Die besten acht kommen ins Finale und haben dort zehn Schuss im Stehendanschlag. Pro Schuss hat jeder Athlet 75 Sekunden Zeit.

Kleinkaliber liegend 50 m (nur Männer). Bei dieser Disziplin schießen die Männer mit einem .22-Kaliber-Gewehr liegend auf ein Ziel in 50 Metern Entfernung. Wie schon bei den anderen Disziplinen kommen acht Schützen ins Finale und haben dort weitere zehn Schuss, allerdings nur 45 Sekunden Zeit pro Schuss.

Shotgun:

Skeet (Männer und Frauen). Zwei Wurfmaschinen werfen eine Serie von 25 Wurfscheiben in einer bestimmten Reihenfolge (manchmal eine, manchmal zwei Wurfscheiben) von zwei verschiedenen Punkten aus in die Luft. Der Schütze steht genau zwischen den beiden Wurfmaschinen und versucht, die fliegenden Scheiben zu treffen, bevor sie den Boden berühren. Fünf Runden gibt es bei den Männern, drei bei den Frauen. Die besten sechs treten zu einer finalen Runde an. Erst hier sind die Scheiben mit einem speziellen Pulver gefüllt, um Treffer für die Zuschauer besser sichtbar zu machen.

Trap (Männer und Frauen). Das Trap-Schießen ist seit 100 Jahren im Programm der Olympischen Spiele. Da die Wurfscheiben weiter weg sind und dazu auch mit höherer Geschwindigkeit hochgeworfen werden, ist diese Disziplin weitaus schwieriger als das Skeet-Schießen. Wie beim Skeet gibt es auch beim Trap fünf (drei) Runden á 25 Wurfscheiben. Sechs kommen ins Finale und schießen erneut auf 25 Scheiben.

Doppeltrap (nur Männer). Beim Doppeltrap steht der Schütze hinter dem Haus, aus dem die Wurfscheiben losgelassen werden. Zwei Scheiben werden hintereinander in die Luft geworfen, 35° nach links und nach rechts. Der Schütze hat zwei Schuss, um beide Scheiben zu treffen. Die Qualifikation besteht aus drei Runden zu jeweils 50 Wurfscheiben. Auch hier kommen die besten sechs ins Finale und schießen abermals auf 50 Ziele.

Alle Augen auf:

Vincent Hancock (USA). In der Männerkonkurrenz gibt es eigentlich niemanden, der außerordentlich dominant ist. Zu nennen ist zum Beispiel der US-Amerikaner Vincent Hancock, der das Skeet-Schießen vor vier Jahren in Peking gewann. Sein Mannschaftskollege Walton Eller gewann eindrucksvoll beim Doppeltrap. Die US-Amerikaner sind also gut aufgestellt und haben Erfahrung im Goldmedaillen-Gewinnen.

Ralf Schumann (Deutschland). Auch aus deutscher Sicht gibt es Goldhoffnungen. Bereits dreimal war Ralf Schumann Olympiasieger mit der Schnellfeuerpistole. Allerdings liegt sein letzter Titel acht Jahre zurück. In Peking wurde der 49-Jährige nur Zweiter. Nicht zuletzt seine zahlreichen Erfolge bei Welt- und Europameisterschaften machen ihn zu einem Favoriten in seiner Disziplin.

Du Li (China). Sie war schon in zwei unterschiedlichen Disziplinen Olympiasiegerin. 2004 war sie mit dem Luftgewehr aus zehn Metern erfolgreich, 2008 gewann sie vor heimischem Publikum die Goldmedaille im Dreistellungskampf mit dem Kleinkaliber und erzielte sogar einen neuen Weltrekord. Auch 2012 ist mit der Chinesin zu rechnen.

Titelbilder von The U.S. Army (Creative Commons)

Fußball

Fußball spielt bei den Olympischen Spielen eine eher untergeordnete Rolle. Das liegt unter anderem daran, dass es sich beim Fußball um eine Profi-Sportart handelt, in der selbst hochrangige Welt- und Kontinentalmeisterschaften ausgetragen werden. So ist zum Beispiel die Europameisterschaft in Polen und der Ukraine für die europäischen Staaten weitaus wichtiger als die Olympischen Spiele in London. Dazu kommt, dass bei Olmypia nur U23-Teams antreten dürfen. Genauer lautet die Regel, dass nur drei Spieler einer Mannschaft 23 oder älter sein dürfen.

Schon im Jahr 1900 fand in Paris das erste olympische Fußball-Turnier statt. Damals gewann Großbritannien die Goldmedaille. Acht Jahre später gewannen sie im eigenen Land erneut und konnten den Titel vier Jahre darauf in Stockholm erfolgreich verteidigen.  Man spricht auch von der goldenen Ära des britischen Fußballs. Seitdem war Fußball bis auf eine Ausnahme (Los Angeles 1932) immer Bestandteil der Olympischen Spiele. Das erste Frauenturnier wurde 1996 in Atlanta gespielt.

Die Briten werden in diesem Jahr erstmals seit 1960 wieder an einem olympischen Fußball-Turnier teilnehmen. Auch aus dem Grund, weil sie als Gastgeber automatisch qualifiziert sind. Ursprünglich war die Idee des IOC, dass die Fußballverbände aus England, Wales, Schottland und Nordirland eine gemeinsame Mannschaft stellen. Die Verbände waren aber eher abgeneigt, weil sie um ihre Eigenständigkeit fürchteten. So einigte man sich darauf, dass der englische Fußballverband (FA) die Mannschaft in Vertretung aller vier Länder stellt, um so Großbritannien zu repräsentieren. Einzelne Spieler der anderen britischen Verbände haben jedoch erklärt, dass sie gerne dabei sein würden. Darunter unter anderem die Waliser Ryan Giggs und Gereth Bale. Fast schon sicher ist es, dass der Engländer David Beckham dabei sein wird. Das lockt auch die Superstars anderer Nationen an. Diego Forlan möchte zum Beispiel für Uruguay an den Start gehen, Neymar und Alexandre Pato für Brasilien. Damit wäre es das bestbesetzte olympische Fußball-Turnier aller Zeiten.

In diesen Stadien spielt sich alles ab:

  • City of Coventry Stadium, Coventry
  • Hampden Park, Glasgow
  • Millenium Stadium, Cardiff
  • Old Trafford, Manchester
  • St James’ Park, Newcastle
  • Wembley Stadium, London

Alle Augen auf:

Brasilien (Männer). Die Südamerikaner sind in der Regel stark besetzt mit jungen Talenten. Die letzten beiden Olympischen Spiele haben die Argentinier für sich entschieden. Die sind dieses Mal nicht dabei und somit haben die Brasilianer als ärgste Konkurrenten freie Bahn. Sie stellen auch den Superstar der diesjährigen Olympischen Spiele – Neymar da Silva Santos. Der 20 Jährige, der momentan noch in der brasilianischen Liga kickt, hatte schon Traumangebote von europäischen Fußballklubs. Lange wird es nicht mehr dauern, dass Neymar öfter auf der Insel zu Gast sein wird.

USA (Frauen). In drei von vier Wettbewerben gewann die amerikanische Frauen-Nationalmannschaft die Goldmedaille. Nur in Sydney musste man sich mit Silber zufrieden geben. Es spricht also alles dafür, dass der Weltranglistenerste auch in London wieder ganz oben auf dem Treppchen steht. Die Konkurrenz ist auch in diesem Jahr nicht allzu groß. Lediglich Brasilien könnte den Amerikanern im Weg stehen.

Titelbilder von Ronnie MacDonald (Creative Commons)

Bahnrad

Der olympische Bahnrad-Wettbewerb scheint fest in britischer Hand zu sein. Vor vier Jahren in Peking sprangen in zehn Wettbewerben sage und schreibe sieben Goldmedaillen für das britische Team heraus. Dazu gab es dreimal Silber und zweimal Bronze. Diese Dominanz gilt es jetzt im London Velodrome vor heimischem Publikum zu bestätigen.

Allerdings gibt es einige Veränderungen im Vergleich zu Peking. Drei Disziplinen wurden bei den Männern gestrichen. Darunter die Einerverfolgung, das Points Race (Punktefahren) und das Madison (Zweier-Mannschaftsfahren). Dafür wurde die Vielseitigkeitsdisziplin Omnium neu in das Programm aufgenommen. Auch bei den Frauen wurden zwei Disziplinen gestrichen, drei sind neu hinzugekommen. Sie treten in diesem Jahr in denselben fünf Disziplinen gegeinander an wie die Männer. Lediglich die Anzahl der Runden und Fahrer variiert.

Und in diesen Disziplinen treten die Fahrer gegeneinander an:

Sprint. Beim Sprint sind zwei Fahrer gleichzeitig auf der Bahn. Sie starten nebeneinander und warten auf den entscheidenden Moment, den Gegner abzuhängen. Gefahren werden drei Runden á 250 Meter. Das Abtasten des Gegners dauert etwa eine Runde. Ab der zweiten Runde entscheidet sich einer der beiden Fahrer, anzugreifen. Dabei ist es wichtig, dem Gegner nicht zu viel Windschatten zu bieten. Derjenige, der als Erster zwei Läufe gegen seinen Gegner für sich entscheidet, gewinnt auch das Duell und qualifiziert sich für die nächste Runde.

Teamsprint. Beim Teamsprint treten drei Fahrer eines Teams gemeinsam an. Zwei Teams fahren gegeneinander. Gestartet wird auf den gegenüberliegenden Geraden. Nach der ersten Runde verlässt der jeweils vordere Fahrer die Bahn. Nach der zweiten Runde nochmals, so dass nur noch Fahrer drei die letzte (dritte) Runde komplettiert und alleine über die Ziellinie fährt. Es geht darum, schneller als das gegnerische Team zu sein.

Keirin. Keirin heißt Kampf auf Japanisch. Auf einer Renndistanz von 2.000 Metern bekriegen sich sechs Fahrer gleichzeitig auf der Bahn. Gestartet wird hinter einem motorisierten Tempomacher, einem Derny. Erst wenn es nach zwei Dritteln der Renndistanz die Bahn verlässt, ist das Rennen freigegeben. Jeweils die beiden Ersten eines Laufs qualifizieren sich für die nächste Runde.

Mannschaftsverfolgung. Die Mannschaftsverfolgung gilt als Königsdisziplin im Bahnradsport. In diesem Modus treten zwei Teams zu je vier Fahrern (bei den Frauen drei Fahrerinnen) gegeneinander an. Die Renndistanz beträgt bei den Männern 4.000 Meter und bei den Frauen 3.000 Meter. Für die Zeitmessung ist der drittplatzierte (bei den Frauen zweitplatzierte) Fahrer eines Teams relevant. Das bedeutet, dass jeweils ein Fahrer pro Team ausscheiden darf. Die Teams starten von den gegenüberliegenden Geraden. Der Sieger des Duells ist derjenige, dessen dritter Fahrer (zweite Fahrerin) zuerst die Ziellinie überquert. Bei dieser Disziplin teilen sich die Fahrer die Führungsarbeit im Fahrtwind, indem sie kreiseln – die Bahn hoch fahren und sich hinten wieder einordnen.

Omnium. Die Vielseitigkeits-Disziplin Omnium ist neu im olympischen Programm. Es besteht aus den Teildisziplinen: 250 m Sprint, Punktefahren (Männer 30 km, Frauen 20 km), Ausscheidungsfahren (alle zwei Runden scheidet der jeweils letzte Fahrer aus), Einerverfolgung (zwei Fahrer gehen von den gegenüberliegenden Geraden auf die Strecke, Männer über 4 km, Frauen über 3 km), Scratch (eine Rundendistanz von 40 Runden wird gemeinsam zurückgelegt) und Zeitfahren (Männer 1 km, Frauen 500 m). In jeder dieser Teildisziplinen werden Punkte entsprechend dem erzielten Rang vergeben. Gold gewinnt derjenige mit den wenigsten Punkten.

Alle Augen auf:

Chris Hoy (Großbritannien). Der mehrfache Olympiasieger und Weltmeister Chris Hoy ist ohne Zweifel einer der besten Bahnradfahrer in der Männerkonkurrenz. Noch dazu hat der Schotte erst dieses Jahr bei den Weltmeisterschaften in Melbourne bewiesen, dass in London mit ihm zu rechnen ist. Vor heimischem Publikum ist mit Goldmedaillen in den Disziplinen Keirin, Teamsprint und Sprint zu rechnen. Der Deutsche Maximilian Levy hat zumindest im Keirin gute Chancen auf einen Medaillenrang.

Anna Meares (Australien). Bei der Bahnrad-Weltmeisterschaft in Melbourne im April dieses Jahres konnte die Australierin im Keirin und im Zeitfahren Gold gewinnen. Letzteres sogar in überragender Weltrekordzeit. In London könnte sich Meares wieder einmal packende Duelle mit der Lokalmatadorin Victoria Pendleton liefern, die in Melbourne im Sprint die Nase vorn hatte.

Titelbilder von Neeta Lind, Paul Coster und Paul Wilkinson (Creative Commons)

Taekwondo

„Tae“ für „Fuß“, „Kwon“ für „Faust“ und „Do“ für „Kunst“ – Taekwondo ist demnach die Kunst des Tretens und Schlagens. Bei den Olympischen Spielen findet eine moderne Form des Taekwondos ihren Platz, die erst 1973 anerkannt wurde. Ihre Wurzeln hat die Sportart aber in den frühen Formen der „Martial Arts“ – asiatische Kampfkünste, die schon vor mehr als 5.000 Jahren praktiziert wurden.

Beim modernen Taekwondo wird auf einem 8 x 8 m großen Court gekämpft. Im Eins-gegen-eins geht es darum, Schläge und Tritte auf die von Protektoren geschützten Köperteile zu setzen. Geschützt sind der Torso sowie der Kopf, wobei der Kämpfer nur mit dem Fuß den Kopf des Gegners angreifen darf. Ebenso darf der Angreifer nur mit dem Fuß unterhalb des Knöchels und mit einer geschlossenen Hand, also einer Faust, Treffer setzen.

In drei Runden á zwei Minuten gilt es, den Gegner auf Abstand zu halten und selber durch Treffer Punkte zu sammeln. Liegen die Kontrahenten nach den drei Runden gleich auf, gibt es eine weitere, entscheidende Runde – ein sogenanntes „Sudden Death“.

Dafür gibt es Punkte

  • Einen Punkt für einen Treffer auf den Oberkörper
  • Zwei Punkte für einen Kreistritt gegen den Oberkörper
  • Drei Punkte für einen Tritt gegen den Kopf
  • Vier Punkte für einen Kreistritt gegen den Kopf

Man darf seinen Gegner auch durch einen Ko besiegen.

Die Gewichtsklassen

Anders als bei Weltmeisterschaften wird bei den Olympischen Spielen statt in acht in nur vier verschiedenen Gewichtsklassen gekämpft.
Männer                               Frauen
-58 kg                                   -49 kg
-68 kg                                   -57 kg
-80 kg                                   -67 kg
>80 kg                                  >67 kg

Bei den Olympischen Spielen treten die Taekwondo-Kämpfer nur in Sparrings gegeneinander an. In anderen Wettkämpfen spielen aber auch Bruchtests (das Durchtreten oder –schlagen von Holzbrettern oder Ziegel), Poomsae (das Vorführen von verschiedenen Kampfchoreographien) und Selbstverteidigung eine wichtige Rolle.


Alle Augen auf:

Steven Lòpez (USA). Zweifacher Olympiasieger und fünffacher Weltmeister – so lesen sich die beeindruckenden Erfolge von Steven Lòpez, dessen ganze Familie dem Taekwondo-Sport verfallen ist. Vor vier Jahren nahm er zusammen mit seinen drei Geschwistern an den Olympischen Spielen in Peking teil und gewann Bronze in seiner Gewichtsklasse. Mittlerweile wird der 33-Jährige von seinem älteren Bruder Mark trainiert. Der US-Amerikaner scheint jedoch ein bisschen in die Jahre gekommen zu sein, denn seit 2009 gab es keinen Titel mehr. Bei den Weltmeisterschaften 2011 musste er schon früh die Segel streichen. Trotzdem ist er einer der Topfavoriten auf die Goldmedaille.

Sarah Stevenson (Großbritannien). Hoffnung für die Gastgeber. Sarah Stevenson ist eine der besten Taekwondo-Kämpferinnen ihrer Gewichtsklasse. In Penking gewann sie vor vier Jahren Bronze. Bei den Taekwondo-Weltmeisterschaften reichte es 2011 sogar zum Titel. Auch bei Europameisterschaften ist die 29-Jährige Dauergast auf dem Treppchen und demnach ein ganz heißer Favorit auf die Goldmedaille vor heimischem Publikum.

Titelbilder von Bridget Coila und Marco Paköeningrat (Creative Commons)

BMX

BMX ist die jüngste Raddisziplin in der Geschichte der Olympischen Spiele. Der Wettbewerb feierte erst vor vier Jahren in Peking Premiere, sorgte dort aber bereits für Furore. Wenn die acht Fahrer pro Lauf gleichzeitig nebeneinander auf den Dirt-Track losgelassen werden, dann ist für Action und Spannung gesorgt. Auf den knapp 400 Metern müssen die BMX-Piloten mehrere Sprünge, Steilkurven und Buckel meistern.

Das wichtigste Attribut eines guten BMX-Fahrers ist seine blitzschnelle Reaktion. Dadurch, dass die Renndistanz nur sehr kurz ist, ist es wichtig, einen schnellen Start von der acht Meter hohen Startrampe hinzulegen und sich eine gute Ausgangsposition auf der Strecke zu verschaffen. Kraft, Stärke und Ausdauer müssen die Fahrer ebenfalls an den Tag legen, da sie in sogenannten back-to-back-Rennen mehrmals täglich an den Start gehen.

Alle Augen auf:

Connor Fields (USA). Der 20 Jahre junge US-Amerikaner führt zurzeit den BMX-Gesamtweltcup an und dominiert die Szene nach Belieben. Auch in London ist er der Top-Favorit auf den Titel. Der Lette Maris Strombergs gewann zwar in Peking das erste BMX-Gold der olympischen Geschichte, befindet sich aber zurzeit nur auf Platz sieben im Gesamtweltcup. Eine Titelverteidigung scheint somit ausgeschlossen.

Caroline Buchanan (Australien). Bei den Frauen führt die Australierin Caroline Buchanan den Gesamtweltcup an. Die 24-Jährige hat in den ersten neun Rennen in diesem Jahr fünfmal den ersten Platz belegt. Damit gilt Buchanan auch in London als Favorit. Dahinter lauern die US-Amerikanerin Brooke Crain und Magalie Pottier aus Frankreich.

Titelbild von „carlbob“ (Creative Commons)

Beachvolleyball

Beachvolleyball ist eine der beliebtesten Sportarten bei Olympischen Spielen. Und das liegt nicht nur daran, dass weibliche und männliche Athleten so knapp bekleidet sind. Die Sportart ist extrem zuschauerfreundlich und immer mit der nötigen Portion guter Laune augestattet. Die Südamerikaner tragen ihren Teil dazu bei. Vorneweg Brasilien, das sowohl bei den Frauen, als auch bei den Männern eine der dominierenden Nationen in diesem Wettbewerb ist. Blaskapelle und Rasseln der brasilianischen Zuschauer werden auch die Beachvolleyball-Arena in London in ein Samba-Tollhaus verwandeln. Einzig Londons launisches Wetter könnte einen Strich durch diese Rechnung machen.

Als relativ junge olympische Disziplin feierte Beachvolleyball erst 1996 sein Debüt bei den Olympischen Spielen in Atlanta. Vier Jahre später wurden die olympischen Wettkämpfe am berühmten Bondi Beach in Sydney ausgetragen. Weil weit und breit kein Strand in Sicht ist, mussten sich die Veranstalter in London etwas anderes einfallen lassen. Die zwei Medaillen-Events finden nun vor der Haustür des britischen Premierministers statt – auf dem berühmten Horse Guards Parade. Im 16. Jahrhundert wurden hier noch Turniere im Lanzenstechen ausgetragen. 2012 bekommt London an dieser Stelle seinen ganz persönlichen Strand in einer temporären Arena vor atemberaubender historischer Kulisse. 120 Trucks haben dafür 2274 Tonnen Sand angekarrt.

Alle Augen auf:

Emanuel Rego und Alison Cerutti (Brasilien). Das neu formierte brasilianische Duo fährt als amtierender Weltmeister und FIVB-Tour-Champion zu den Olympischen Spielen nach London. In diesem Team treffen Erfahrung und jugendliche Power aufeinander. Während Emauel (39) bereits ein alter Hase im Beachvolleyball ist und 2004 auch schon einmal olympisches Gold gewann, steht ihm mit Alison (26) ein Olympia-Debütant zur Seite. Doch dieser konnte im letzten Jahr mehrere Auszeichnungen der FIVB einheimsen. Darunter die des besten Blockers, des besten Hitters und des besten Offensivspielers. Mein Favoritentipp für London 2012.

Julius Brink und Jonas Reckermann (Deutschland). Das deutsche Duo hat zumindest große Chancen auf einen Podiumsplatz in London. 2009 wurden Brink und Reckermann überraschend Weltmeister und gehören seitdem zur absoluten Beachvolleyball-Elite. Die olympische Medaille ist zum Greifen nah.

Larissa Franca und Juliana Felisberta da Silva (Brasilien). Auch bei den Beachvolleyball-Damen dominieren die Brasilianer. Larissa und Juliana wurden im letzten Jahr FIVB-Tour-Champions und konnten sich wie die Männer den Weltmeistertitel in Rom sichern. Aufpassen müssen die beiden auf die zweifachen Olympia-Sieger (2004, 2008) Kerri Walsh und Misty May-Treanor. Die US-Amerikanerinnen wissen um ihre Stärken bei Olympischen Spielen.

Titelbilder von akiwitz und Brazil women’s Beachvolleyball Team (Creative Commons)