Fechten

En Garde! Das Fechten ist eine von nur vier Sportarten, die schon bei der ersten Austragung der Olympischen Spiele der Neuzeit (Athen 1896) dabei waren und seitdem nicht aus dem Programm genommen wurden. Turnen, Schwimmen und Leichtathletik sind die anderen drei.

Das Fechten hat seinen Ursprung schon weit vor seinem Debüt bei Olympia. Überliefert vom Schlachtfeld der Kavallerie (Reiter, die teilweise mit Säbel ausgestattet waren) aus dem 16. Jahrhundert haben sich bereits Mitte des 19. Jahrhunderts die ersten Sport-Fechtclubs in Deutschland gegründet. In anderen europäischen Ländern, wie zum Beispiel in Frankreich, sogar noch früher.

Damendegen und Männersäbel waren 1896 die ersten Disziplinen bei Olympia. Später kam das Florett hinzu. Es wird also mit drei verschiedenen Waffen gekämpft, die von ihren Eigenschaften und von der Art, wie man mit ihnen kämpft, von Grund auf unterschiedlich sind. Auch die Trefferfläche variiert von Waffe zu Waffe.

Jan Tränkner, Waffenwart vom Darmstädter Fechtclub, erklärt die Unterschiede zwischen Florett, Degen und Säbel und gibt einen kurzen Ausblick auf Olympia:

Über die Jahre hinweg haben sich Fähigkeiten und Technik im Fechten enorm weiterentwickelt. Die Spezialisten beherrschen den schnellen Umgang mit der Waffe und verfügen darüber hinaus über hervorragende Beinarbeit. In der Regel unterscheidet man bei jeder Aktion den angreifenden Fechter und seinen Gegenüber, der versucht, diese Aktion zu parieren und seinerseits einen Treffer zu setzen. Oft wechseln diese aber auch die Rollen innerhalb einer Aktion. Das liegt unter anderem an der Begrenzung der Bahn, auf der sich beide duellieren. Wird einer der Athleten bis an den Rand der Bahn gedrängt, sucht er oft die Flucht nach vorne. So entsteht auch nicht selten ein hin und her zwischen beiden Kämpfern. Auch der Begriff „Finte“ kommt aus dem Fechtsport. Damit ist ein Antäuschen einer Aktion gemeint.

Damit niemand sich großartig verletzen kann, tragen die Athleten einen speziellen Anzug und eine Maske, die Hiebe und Stiche absorbieren. Beim Florett-Fechten haben die Athleten darüber hinaus eine spezielle Weste an, damit gültige Treffer von ungültigen Treffern unterschieden werden können.

Alle Augen auf:

Nicolas Limbach (Deutschland). 2008 in Peking musste er schon relativ früh die Segel streichen. Trotzdem ist Säbelfechter Limbach ein Kandidat für die Medaillenränge in London. Denn: Der Deutsche wurde Weltcupsieger 2009, 2010 und 2012. Außerdem ist der 26-Jährige der Weltranglistenerste in seiner Disziplin. Die deutschen Hoffnungen liegen also auf ihm. Jan Tränkners und auch mein Tipp: auf jeden Fall eine Medaille in London, vielleicht sogar Gold.

Valentina Vezzali (Italien). Dominanz hat einen Namen. Seit 1996 hat die Florett-Fechterin bei jeden Olympischen Spielen immer Gold gewonnen – zweimal mit der Mannschaft dreimal im Einzel. Damit ist sie eine der erfolgreichsten Fechterinnen der Geschichte. Auch mehrfache Weltmeisterin darf sich Vezzali nennen. Zuletzt war sie 2011 erfolgreich. Ich muss mich nicht weit aus dem Fenster lehnen, um zu sagen, dass die Italienerin mindestens eine Medaille aus London mitnehmen wird. Mein Tipp: Gold im Einzel, Silber mit der Mannschaft.

Titelbild von Björn Thar

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